Spielbericht | Hertha Zehlendorf III – SC Gatow | 3:0
Spitzenspiel in Zehlendorf: Zweiter gegen Dritter. Beste Voraussetzungen mit Frühlingssonne und optimalem Fußballwetter – alles war angerichtet für ein Duell auf Augenhöhe. Und genau das bekamen die Zuschauer in der ersten Halbzeit auch zu sehen.
Die Ausgangslage war für uns alles andere als ideal. Mit einem stark dezimierten Kader reisten wir an – gleich fünf Ausfälle mussten wir verkraften. Serdar fällt verletzt voraussichtlich mehrere Wochen aus, Ahmad kämpft mit Leistenproblemen, Musa fehlte arbeitsbedingt, Dome war im Urlaub und Serhan musste eine Sperre absitzen. So standen uns lediglich 14 Spieler zur Verfügung – keine einfache Situation für ein Spiel auf diesem Niveau.
Dennoch zeigte sich die Mannschaft von Beginn an hochmotiviert und gut eingestellt. In der ersten Halbzeit entwickelte sich ein ausgeglichenes Spiel. Beide Teams neutralisierten sich weitestgehend, ließen defensiv wenig zu und kamen jeweils zu guten Halbchancen, die an einem anderen Tag durchaus den Weg ins Tor hätten finden können. Es war ein intensives, taktisch geprägtes Spiel auf Augenhöhe.
Zur Halbzeit reagierten wir und passten unsere Ausrichtung an. Aufgrund der begrenzten Wechselmöglichkeiten war klar, dass wir das hohe Pressing nicht über 90 Minuten durchziehen können. Wir entschieden uns, den Gegner etwas mehr kommen zu lassen und auf Umschaltmomente zu setzen. Diese Anpassung zeigte Wirkung: Hertha hatte zunehmend Probleme, klare Lösungen gegen unsere kompakte Defensive zu finden, während wir versuchten, gezielt Nadelstiche zu setzen.
Doch dann kam die spielentscheidende Szene. In der 78. Minute verteidigten wir einen Einwurf nicht konsequent genug. Der Ball segelte in den Strafraum, ein verlorener Zweikampf – und plötzlich lag der Ball im Netz. 1:0 für Hertha. Ein Nackenschlag, der spürbar war.
Leider schafften wir es in dieser Phase nicht, die gleiche Reaktion zu zeigen wie noch in der Hinrunde. Die Sicherheit ging verloren, die Körpersprache veränderte sich, und wir fanden keinen Zugriff mehr auf das Spiel.
In der 85. Minute dann die nächste bittere Szene: Sandro sah nach seiner Einwechslung die Gelb-Rote Karte. In Unterzahl kassierten wir direkt im Anschluss das 2:0 (86.), und in der Nachspielzeit fiel sogar noch das 3:0.
Am Ende steht ein gebrauchter Sonntag. Ein Spiel, das lange offen war, aber in der Schlussphase deutlich aus der Hand gegeben wurde.
Die Situation ist jetzt klar: Fünf Punkte Rückstand auf die Aufstiegsplätze, noch elf Spiele zu gehen. Jetzt ist Charakter gefragt. In der Hinrunde hat die Mannschaft bewiesen, dass sie mit schwierigen Situationen umgehen kann – genau das müssen wir jetzt wieder zeigen. Jeder Einzelne ist gefordert, an seine Grenzen zu gehen – nicht nur für sich selbst, sondern für den gesamten Verein.
Wir bedanken uns bei allen Gatowern für die Unterstützung und hoffen, euch nächste Woche beim nächsten Topspiel gegen Rahnsdorf wieder lautstark an unserer Seite zu haben.
Nur der SCG.
